Titelverteidiger SC Brühl St.Gallen
Interview mit Denis Sonderegger, Trainer des SC Brühl St.Gallen
Ihr habt letztes Jahr ein tolles Allianz Regiomasters gespielt. Bis auf ein Unentschieden habt ihr alle Spiele gewonnen. Auf was dürfen sich die Zuschauer von euch beim 36. Allianz Regiomasters freuen?
Denis Sonderegger: Letztes Jahr sind wir grundsätzlich mit allen Spielern aus dem Kader der 1. Mannschaft angetreten, weil es gut in unser Vorbereitungsprogramm passte. Wir hoffen in diesem Turnier an den Leistungen vom letzten Jahr anzuknüpfen. Wie und wer allerdings dann im Kader für das Allianz Regiomasters steht, kann ich noch nicht sagen. Das Ziel allerdings schon: Titelverteidigung.
Aber nicht nur das letztjährige Allianz Regiomasters war ein voller Erfolg, auch in der Vorrunde der laufenden Saison habt ihr überzeugt. Was sind die Hauptgründe, dass es in dieser Saison bisher so gut gelaufen ist?
Denis Sonderegger: Diese Saison spielen wir echt super Fussball, sehr dominant mit viel Ballbesitz und defensiv sehr stabil. Grundsätzlich hatten wir nicht allzu viele Veränderungen im Kader. Insgesamt sind wir etwas jünger aufgestellt und die Neuzugänge haben sich richtig bewährt. Ebenso ein Grund ist, dass wir dieses Jahr das Kader von Anfang an vollständig zusammen hatten und somit auch die Vorbereitungsphase gut nutzen konnten. Vor allem waren die meiste Zeit fast alle Spieler fit, die letzten 1 1/2 Jahre hatten wir immer wieder wichtige Ausfälle aufgrund von Verletzungen. Klar ist im Herbst auch der eine oder andere wichtige verletzungsbedingte Ausfall dazugekommen.
Wie schwierig ist eigentlich deine Aufgabe mit einem Team, in welchem es Spieler hat, die wissen, dass sie auf ihrem höchsten Niveau spielen, aber auch andere Spieler, die es eben noch „wissen möchten“ und gerne in den Profibereich aufsteigen oder zurückkehren möchten und den SC Brühl SG als Sprungbrett sehen?
Denis Sonderegger: Allgemein stellt die Promotion League einen Trainer und einen Verein vor sehr schwierige Aufgaben. Es ist eine semiprofessionelle Liga, in welcher Teams spielen die im Vollprofibetrieb sind und dann gibt es Spieler welche 100% arbeiten plus noch vier Trainingseinheiten und Spiele in der ganzen Schweiz absolvieren. Dass es innerhalb eines Kaders Spieler mit unterschiedlichen persönlichen Zielen gibt, ist glaube ich normal. Dies sehe ich nicht als Problem sondern eher als eine Chance. Die «Jungen » können von den «Alten» oder besser gesagt erfahrenen Spielern profitieren. Deshalb ist es wichtig, einen guten Mix in der Kaderplanung zu finden.
Du bist in deiner fünften Saison beim SC Brühl SG, eine sehr lange Zeit auch in der dritthöchsten Schweizer Liga. Wäre ein Aufstieg DIE Krönung deiner Arbeit oder ist es sportlich nicht auch einfach toll, dass der SC Brühl SG in der Promotion League so gut mithalten kann?
Denis Sonderegger: Als Sportler will man immer den höchst möglichen Erfolg erreichen. Natürlich ist die Promotion League für den SC Brühl SG schon per se ein grosser Erfolg. Es ist aber auch immer schwieriger sich auf diesem Niveau zu halten, das hat man die letzten Jahre an mehreren Beispielen gesehen. Es ist aber auch so, dass die Liga sehr ausgeglichen ist und man mit den richtigen Entscheidungen und etwas Glück sehr viel erreichen kann, sogar einen Aufstieg. Wir tun aber gut daran bescheiden zu bleiben und versuchen den schönen und erfolgreichen Fussball, den wir momentanzeigen, über die ganze Saison aufrecht zu halten.
Wenn man sich die Aufsteiger der letzten Jahre in die Challenge League anschaut, dann sind dort auch die finanziellen Möglichkeiten nochmals ganz andere. Ist dies frustrierend für Dich oder einfach Teil deines Jobs, nämlich aus den verhandenen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen?
Denis Sonderegger: Das ist doch überall im Fussball so, dass es Vereine gibt mit weitaus mehr Möglichkeiten als andere. Wenn mich dies frustrieren würde, dann hätte ich keinen schönen Job. Aber klar denke ich manchmal auch, hätten wir diese Voraussetzungen dann…. Nur nützt das nichts und wir konzentrieren uns auf das was wir beeinflussen können. Wir versuchen mit unseren Möglichkeiten einen genauso guten Job wie die anderen Vereine zu machen. Beim SC Brühl SG finden wir ein Umfeld vor, welches dies anerkennt und auch gut einschätzen kann. Dies ist sehr wertvoll für meine Arbeit.
Vielen Dank Denis, wir wünschen Dir viele erfolgreiche Spiele in der Rückrunde zusammen mit deinem Team und das Erreichen eurer Ziele! Hopp Brühl